Mittwoch, 27. Juni 2012

Nesteldecke nähen

Da häufig Nachfragen kommen, wie eine Nesteldecke beschaffen sein soll, gebe ich hier mal eine kleine Anleitung, die aber nur als Vorschlag gedacht sein soll, der eigenen Phantasie sind da eigentlich keine Grenzen gesetzt!!
Was ist eine Nesteldecke:
eine Nesteldecke ist gedacht für an Demenz erkrankte PatientInnen, die im Allgemeinen motorisch sehr unruhig sind und mit den Händen nach Dingen suchen, an denen sie "rumnesteln" können: und da sollen diese Decken helfen!!
Als Material kommt so ziemlich alles in Frage, was sich nähen und waschen läßt:
Fleece, Frottee, Cord, Baumwolle, Samt, Stoffe mit strukturierter Oberfläche, Plüsch, Spitze, gehäkelte Sachen, eben alles was sich gut anfühlt!!
Außerdem kann man die Decke noch mit einigen zusätzlichen Elementen "interessanter" gestalten: Knöpfe, Bänder, kleine Taschen, Reissverschlüsse....
Und ganz wichtig ist, dass alle Sachen waschbar sind und alle Teile sehr fest angenäht werden, es sollten auch keinerlei scharfkantigen Sachen verarbeitet werden!!
Hier mal ein Beispiel:


Zum Nähen: ich habe mir eine Pappschablone von 20 x 20 cm ( 8x 8 inch) gemacht, so dass ich immer gleich sehe, ob der Stoff noch reicht!! Diese Schablone lege ich auf den Stoff und schneide ein entsprechendes Quadrat aus.


 Insgesamt braucht man 16 Stücke a 20 x 20 cm, die man dann möglichst bunt zusammennäht: die Decke besteht dann aus 4 x 4 Quadraten: hier sind schon 9 Quadrate ausgeschnitten!!


Man kann in Viererblöcken oder in Reihen zusammennähen! Als Kante kann man noch einen Streifen rumnähen: ich setze dazu die breiteren Steifenreste zusammen, möglichst bunt:


Die Decken werden ohne Vlies gearbeitet, man verstürzt sie einfach mit einem Stück Stoff: das kann Baumwollstoff sein, aber auch Fleece oder Flanell, was man zur Verfügung hat!!!  Beim Nähen daran denken, dass man eine Öffnung zum Wenden offen läßt!! Ich steppe dann den Rand einmal ganz schmalkantig ab (die Wendeöffnung ist dann gleich geschlossen!!)  und einmal in der Naht des Streifens, wenn ich einen angesetzt habe, sonst so in ca. 5 cm vom Rand entfernt.



Und dann sollten noch die Kreuzungspunkte der Nähte mit der Fadenmethode "gequiltet" werden, viel mehr nicht, denn die Decken sollen weich und "fummelig" bleiben!
Und hier noch ein paar Beispiele  von Sachen zum dran Fummeln:





Eine kleine Tasche macht sich sehr gut, da kann man reinlangen und was verstecken!
Hier noch ein paar Decken:






Die Decken, die wir bisher schon verteilt haben, sind sehr gut angenommen worden, sie wurden gerne zum "Nesteln" von den PatientInnen genommen!!!
Und noch ein paar Beispiele aus der neuesten "Produktion":



Die untere Decke habe ich mal nur aus 3 x 4 Quadraten gemacht, so ist sie etwas kleiner, kann aber auch gut auf dem Schoß liegen!

1 Kommentar:

  1. Eine SUUUPERIDEE, werde mich gleich dranmachen. Wenn die Decke Anklang findet, werde ich das Seniorenheim, in dem meine Mutter lebt, beliefern! Meine kleine Enkelin (9) lernt gerade das Maschinennähen. Das ist doch eine motivierende Arbeit, auch wenn das Ergebnis vielleicht etwas futuristisch anmuten wird. Mit ein paar Ausgleichsnähten sieht es doch gleich wieder "gewollt" aus.

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